Pflegegrad 3: Leistungen, Geld und Antrag im Überblick
🕐 ca. 5 Min. Lesezeit·Aktualisiert Mai 2026
Pflegegrad 3 steht für eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Der Mensch ist in vielen Bereichen des Alltags auf Hilfe angewiesen — die Pflege wird umfangreicher und meist täglich nötig.
Hier erfahren Sie, welche Beträge und Leistungen Ihnen bei Pflegegrad 3 zustehen (Stand 2025), wie Sie Pflege zu Hause organisieren und wie der Antrag bzw. eine Höherstufung funktioniert.
47,5–70PunkteSchwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit.
599 €Pflegegeld mtl.Für die Pflege durch Angehörige (Stand 2025).
1.497 €Sachleistung mtl.Für einen ambulanten Pflegedienst (Stand 2025).
1.357 €Tagespflege mtl.Zusätzlich zur Geldleistung.
Was bedeutet Pflegegrad 3?
Pflegegrad 3 beschreibt eine schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit. Betroffene können viele alltägliche Dinge nicht mehr allein bewältigen und brauchen täglich Unterstützung — bei der Körperpflege, beim Essen, bei der Bewegung oder bei der Tagesstrukturierung.
Damit wächst auch der Umfang der Leistungen deutlich gegenüber Pflegegrad 2. Grundlage bleibt die Punktebewertung des Pflegegrads über sechs Lebensbereiche.
Pflegegrad 3: Punkte und Einstufung
Für Pflegegrad 3 gilt:
Pflegegrad
Gesamtpunkte
Bedeutung
Pflegegrad 2
27 bis unter 47,5
erhebliche Beeinträchtigung
Pflegegrad 3
47,5 bis unter 70
schwere Beeinträchtigung
Pflegegrad 4
70 bis unter 90
schwerste Beeinträchtigung
Gerade bei Demenz fließen neben der Körperpflege auch kognitive Einschränkungen stark in die Bewertung ein.
Wer bekommt Pflegegrad 3?
Typisch für Pflegegrad 3 sind Menschen, die
bei den meisten Verrichtungen des Alltags täglich Hilfe brauchen,
stark in der Mobilität eingeschränkt sind oder nach schweren Erkrankungen dauerhaft Unterstützung benötigen,
nicht mehr sicher allein bleiben können.
Ein Beispiel aus dem Pflegealltag
Frau B., 83, mit fortschreitender Demenz. Sie erkennt vertraute Wege nicht mehr sicher, braucht bei Körperpflege und Anziehen Anleitung und ist nachts oft unruhig. Tagsüber darf sie nicht mehr allein bleiben. Die Begutachtung ergibt 58 Punkte — Pflegegrad 3.
Drei Tage pro Woche besucht Frau B. eine Tagespflege, die ihr Struktur gibt und die Familie entlastet. An den übrigen Tagen kommt ein Pflegedienst, ergänzt durch die Angehörigen. So bleibt sie in ihrer vertrauten Umgebung — sicher versorgt rund um die Uhr.
Welche Leistungen gibt es bei Pflegegrad 3?
Bei Pflegegrad 3 fallen die Leistungen deutlich höher aus (Stand 2025):
Dazu kommen Verhinderungs- und Kurzzeitpflege (gemeinsam bis 3.539 € im Jahr), Pflegehilfsmittel, Hausnotruf und Wohnraumzuschüsse.
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Pflege zu Hause bei Pflegegrad 3 organisieren
Mit dem täglichen Hilfebedarf wird die Pflege bei Pflegegrad 3 anspruchsvoller. Bewährt hat sich ein Versorgungsmix: Angehörige übernehmen die vertraute Begleitung, ein ambulanter Pflegedienst die fachliche Grund- und Behandlungspflege, und die Tagespflege sorgt für Struktur und Entlastung. Über die Verhinderungspflege lassen sich Auszeiten der Hauptpflegeperson absichern.
Pflegegrad 3 beantragen oder höherstufen
Ein Erstantrag oder eine Höherstufung läuft immer gleich ab: formloser Antrag bei der Pflegekasse, Begutachtung durch den Medizinischen Dienst, Bescheid in der Regel binnen 25 Arbeitstagen. Wird der Pflegegrad 3 bei der Begutachtung „zu niedrig“ eingestuft, können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Ein gut geführtes Pflegetagebuch ist dabei das wichtigste Hilfsmittel.
Höherstufung: von Pflegegrad 3 auf 4
Verschlechtert sich der Zustand weiter und ist nahezu rund um die Uhr Hilfe nötig, kommt Pflegegrad 4 infrage. Damit steigen Pflegegeld (800 €) und Pflegesachleistung (1.859 €) erneut. Eine erneute Begutachtung stellt den höheren Bedarf fest. Dokumentieren Sie Veränderungen frühzeitig, damit die Einstufung den tatsächlichen Aufwand abbildet.
So unterstützen wir Sie
Bei Pflegegrad 3 sind verlässliche, fachgerechte Abläufe entscheidend. Wir übernehmen die Grund- und Behandlungspflege, stimmen die Versorgung eng mit Angehörigen, Ärzten und der Tagespflege ab und sorgen für eine lückenlose Betreuung über die Woche. So bleibt Ihr Angehöriger sicher zu Hause, und die Familie wird spürbar entlastet. Gern prüfen wir — im Rhein-Neckar-Raum rund um Mannheim wie bundesweit — unverbindlich, ob in Ihrer Region eine Pflegekraft verfügbar ist.
Die Pflegegrade im Vergleich
Jede Stufe im Detail — vergleichen Sie und finden Sie die passende Information:
Fall 1 Frau A., 77, lebt allein und versorgt sich selbst. Sie ist unsicher auf den Beinen, braucht Hilfe beim Einkaufen und Putzen und vergisst gelegentlich Termine.
Richtig: Pflegegrad 1 — Geringe Beeinträchtigung (12,5 bis unter 27 Punkte): weitgehend selbstständig, nur punktuelle Hilfe. Mehr →
Fall 2 Herr B., 81, hat eine mittelschwere Demenz. Er braucht bei Körperpflege und Anziehen Anleitung, darf tagsüber nicht mehr allein bleiben und ist nachts oft unruhig.
Richtig: Pflegegrad 3 — Schwere Beeinträchtigung (47,5 bis unter 70 Punkte): täglicher Hilfebedarf; kognitive Einschränkungen zählen stark. Mehr →
Fall 3 Frau C., 88, ist bettlägerig, wird über eine Magensonde ernährt, kann sich nicht mehr selbst bewegen und benötigt Pflege rund um die Uhr.
Richtig: Pflegegrad 5 — Schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen (90 bis 100 Punkte): nahezu vollständig unselbstständig. Mehr →
Ob in Ihrer Situation wirklich ein bestimmter Pflegegrad infrage kommt, hängt von vielen Details ab. Lassen Sie es jetzt unverbindlich und kostenlos prüfen — in nur wenigen Minuten.
Hinweis: Dieser Selbsttest dient nur der Veranschaulichung. Der tatsächliche Pflegegrad wird vom Medizinischen Dienst über das Punktesystem festgestellt.
Häufige Fragen zu Pflegegrad 3
Wie viel Pflegegeld gibt es bei Pflegegrad 3?
Stand 2025 beträgt das Pflegegeld bei Pflegegrad 3 599 € monatlich. Alternativ gibt es 1.497 € Pflegesachleistung für einen ambulanten Pflegedienst.
Wie viele Punkte braucht man für Pflegegrad 3?
Für Pflegegrad 3 sind 47,5 bis unter 70 Punkte im Begutachtungsverfahren nötig.
Welche Leistungen stehen bei Pflegegrad 3 zu?
Pflegegeld (599 €) oder Pflegesachleistung (1.497 €), Tagespflege (1.357 €), Entlastungsbetrag (131 €), Verhinderungs- und Kurzzeitpflege sowie Hilfsmittel und Wohnraumzuschüsse (Stand 2025).
Was ist der Unterschied zwischen Pflegegrad 2 und 3?
Pflegegrad 3 steht für eine schwere statt erhebliche Beeinträchtigung. Der Hilfebedarf ist meist täglich, und alle Geldleistungen fallen deutlich höher aus.
Bekommt man bei Demenz Pflegegrad 3?
Bei einer Demenz im mittleren Stadium mit deutlichem Hilfebedarf ist Pflegegrad 3 häufig. Kognitive Einschränkungen werden bei der Begutachtung stark berücksichtigt.
Bekomme ich bei Pflegegrad 3 Tagespflege?
Ja, bis zu 1.357 € monatlich — zusätzlich zum Pflegegeld bzw. zur Pflegesachleistung.
Kann ich bei Pflegegrad 3 Pflegegeld und Pflegedienst kombinieren?
Ja, über die Kombinationsleistung. Der Pflegedienst übernimmt einen Teil, das restliche Pflegegeld wird anteilig weitergezahlt.
Wann wird von Pflegegrad 3 auf 4 hochgestuft?
Wenn nahezu rund um die Uhr Hilfe nötig ist und die Begutachtung 70 oder mehr Punkte ergibt. Die Höherstufung können Sie jederzeit beantragen.
Wie beantrage ich Pflegegrad 3?
Mit einem formlosen Antrag bei der Pflegekasse. Danach begutachtet der Medizinische Dienst die Situation; die Entscheidung kommt in der Regel binnen 25 Arbeitstagen.
Was tun, wenn Pflegegrad 3 abgelehnt oder zu niedrig ist?
Sie können innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Ein Pflegetagebuch und aktuelle ärztliche Unterlagen erhöhen die Erfolgschancen.
Wir übernehmen die Pflege — Sie gewinnen Zeit.
Persönlich, erfahren, herzlich: Sprechen Sie mit uns über die Versorgung Ihres Angehörigen zu Hause.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Die genannten Beträge entsprechen dem Stand 2025 und gelten 2026 unverändert weiter (nächste planmäßige Anpassung zum 1. Januar 2028) — maßgeblich sind die jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen und Ihre Pflegekasse.