Pflege-Glossar

Hausnotruf: Funktion, Kosten und Zuschuss der Pflegekasse

🕐 ca. 11 Min. Lesezeit·Aktualisiert Mai 2026

Ein Hausnotruf gibt Sicherheit — für Pflegebedürftige, die allein leben, und für ihre Angehörigen. Auf Knopfdruck ist rund um die Uhr Hilfe erreichbar. Bei vorliegendem Pflegegrad bezuschusst die Pflegekasse das System. Hier erfahren Sie, wie der Hausnotruf funktioniert, was er kostet und wie Sie den Zuschuss erhalten (Stand 2025).

25,50 €Zuschuss / MonatVon der Pflegekasse (Stand 2025).
ab PG 1AnspruchBei erhöhtem Notfallrisiko und Alleinleben.
24/7NotrufzentraleRund um die Uhr erreichbar.
KnopfdruckHilfe holenSchnelle Hilfe im Ernstfall.

Was ist ein Hausnotruf?

Ein Hausnotruf ist ein technisches Notrufsystem für zu Hause, mit dem im Ernstfall auf Knopfdruck sofort Hilfe geholt werden kann. Es besteht aus einer Basisstation mit Freisprechfunktion und einem kleinen Funksender, den die Person als Armband oder Halskette ständig bei sich trägt. Wird der Knopf gedrückt, baut sich automatisch eine Verbindung zu einer rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale auf.

Der Hausnotruf gibt vor allem alleinlebenden, älteren oder gesundheitlich eingeschränkten Menschen Sicherheit — und entlastet Angehörige, die nicht ständig vor Ort sein können.

Wie funktioniert der Hausnotruf?

Der Ablauf im Notfall ist denkbar einfach:

  • Die Person drückt den Knopf am Sender.
  • Die Basisstation stellt automatisch eine Sprechverbindung zur Notrufzentrale her.
  • Geschulte Mitarbeiter klären die Lage und leiten die passende Hilfe ein.
  • Je nach Situation werden Angehörige, Nachbarn oder der Rettungsdienst verständigt.

Die Zentrale kennt die hinterlegten Daten — Vorerkrankungen, Medikamente, Kontaktpersonen — und kann so gezielt reagieren, auch wenn die Person nicht mehr sprechen kann.

Für wen ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Besonders empfehlenswert ist ein Hausnotruf für:

  • alleinlebende ältere Menschen,
  • Personen mit Sturzrisiko oder eingeschränkter Mobilität,
  • Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Herzproblemen oder Epilepsie,
  • Personen, die sich nach einem Krankenhausaufenthalt unsicher fühlen,
  • Angehörige, die beruhigt wissen möchten, dass im Notfall schnell Hilfe kommt.

Was kostet ein Hausnotruf?

Ein Basis-Hausnotruf kostet je nach Anbieter rund 25 bis 30 € im Monat, dazu kommt oft eine einmalige Anschluss- oder Einrichtungsgebühr. Für Zusatzleistungen — etwa eine Schlüsselhinterlegung, einen Sturzsensor oder mobile Geräte mit GPS — fallen Aufpreise an. Vergleichen lohnt sich, da sich Leistungsumfang und Preise zwischen den Anbietern unterscheiden.

Der Zuschuss der Pflegekasse

Liegt ein Pflegegrad vor, beteiligt sich die Pflegekasse an den Kosten: Sie übernimmt einen monatlichen Zuschuss von 25,50 € (Stand 2025) für den Basis-Hausnotruf — damit ist die Grundversorgung in vielen Fällen nahezu abgedeckt. Zusätzlich kann ein einmaliger Betrag für die Anschaffung bzw. Installation übernommen werden. Der Hausnotruf zählt zu den technischen Pflegehilfsmitteln.

Wer hat Anspruch auf den Zuschuss?

Den Zuschuss erhalten Menschen mit mindestens Pflegegrad 1, die

  • allein oder mit einer Person leben, die im Notfall nicht selbst helfen kann, und
  • aufgrund ihres Zustands ein erhöhtes Notfallrisiko haben.

Der Anspruch besteht also schon ab Pflegegrad 1 — eine der wenigen Sachleistungen, die auch bei geringer Pflegebedürftigkeit greifen.

Wie beantrage ich den Hausnotruf-Zuschuss?

Der Weg zum bezuschussten Hausnotruf:

  • einen Anbieter auswählen (z. B. Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser, ASB oder Caritas),
  • den Zuschuss bei der Pflegekasse beantragen — der Anbieter hilft dabei oft,
  • nach Genehmigung wird das Gerät installiert und eingerichtet,
  • die Pflegekasse zahlt den monatlichen Zuschuss direkt oder erstattet ihn.

Welche Anbieter gibt es?

Hausnotruf-Systeme werden vor allem von den großen Hilfsorganisationen angeboten — etwa Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Malteser, Arbeiter-Samariter-Bund und Caritas. Daneben gibt es private Anbieter. Achten Sie auf eine rund um die Uhr besetzte Notrufzentrale, schnelle Reaktionszeiten, faire Vertragsbedingungen und einen verlässlichen Service vor Ort.

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Mobiler Notruf für unterwegs

Wer noch aktiv und viel unterwegs ist, profitiert von einem mobilen Notrufgerät. Es funktioniert auch außer Haus, ist mit GPS-Ortung ausgestattet und meldet im Notfall den aktuellen Standort an die Zentrale. So bleibt der Schutz beim Spaziergang, beim Einkaufen oder im Garten erhalten. Mobile Lösungen kosten meist etwas mehr als der klassische Hausnotruf und werden in der Regel nicht vollständig bezuschusst.

Hausnotruf bei Demenz

Bei beginnender Demenz kann ein Hausnotruf sinnvoll sein, stößt aber an Grenzen: Im fortgeschrittenen Stadium können Betroffene den Knopf oft nicht mehr gezielt einsetzen. Hier helfen ergänzende Lösungen wie automatische Sturzsensoren, Bewegungsmelder oder GPS-Ortungssysteme gegen eine Weglauftendenz. Lassen Sie sich beraten, welche Technik zur jeweiligen Krankheitsphase passt.

Zusatzfunktionen im Überblick

Viele Systeme lassen sich erweitern:

  • Sturzsensor, der automatisch Alarm auslöst,
  • Schlüsselhinterlegung, damit Helfer in die Wohnung kommen,
  • Rauch- und Gasmelder mit Anbindung an die Zentrale,
  • GPS-Ortung für unterwegs,
  • regelmäßige Sicherheitsanrufe der Zentrale.

Diese Extras erhöhen die Sicherheit, sind aber meist kostenpflichtig.

Vorteile auf einen Blick

Ein Hausnotruf bringt für alle Beteiligten Sicherheit: Pflegebedürftige können länger selbstständig zu Hause leben, im Notfall kommt schnell Hilfe, und Angehörige sind spürbar entlastet, weil sie wissen, dass jemand erreichbar ist. Schon das Tragen des Senders gibt vielen Menschen ein gutes, sicheres Gefühl im Alltag — und nimmt die Angst vor dem Alleinsein.

Worauf Sie beim Vertrag achten sollten

Vor dem Abschluss lohnt der genaue Blick:

  • Kosten für Grundgebühr, Anschluss und Zusatzleistungen,
  • Vertragslaufzeit und Kündigungsfristen,
  • Reaktionszeit und Erreichbarkeit der Zentrale,
  • ob ein Probemonat möglich ist,
  • welcher Teil über den Pflegekassen-Zuschuss abgedeckt ist.

Hausnotruf installieren: So läuft es ab

Die Einrichtung eines Hausnotrufs ist unkompliziert und dauert meist nur kurz. Nach der Anmeldung beim Anbieter wird ein Termin vereinbart. Ein Techniker bringt die Basisstation mit, schließt sie an Strom und Telefon- bzw. Internetanschluss an und prüft die Reichweite des Funksenders in der ganzen Wohnung.

Anschließend werden die persönlichen Daten hinterlegt: Erkrankungen, Medikamente, Kontaktpersonen und der Hausarzt. Oft wird gleich ein Probealarm ausgelöst, damit die Person den Ablauf einmal selbst erlebt. Danach ist das System sofort einsatzbereit.

Hausnotruf und Sturzprophylaxe

Stürze sind im Alter eine der häufigsten Ursachen für Krankenhausaufenthalte — und die größte Sorge vieler Angehöriger. Der Hausnotruf greift im Ernstfall, ersetzt aber keine Vorbeugung. Sinnvoll ist die Kombination mit klassischer Sturzprophylaxe: Stolperfallen entfernen, für gute Beleuchtung sorgen, Haltegriffe anbringen und für festes Schuhwerk sorgen. Ergänzend bieten viele Systeme einen automatischen Sturzsensor, der auch dann Alarm auslöst, wenn die Person den Knopf nicht mehr selbst drücken kann.

Für Ehepaare und Mehrpersonenhaushalte

Ein Hausnotruf lohnt sich nicht nur für Alleinlebende. Auch in Haushalten, in denen ein Partner den anderen pflegt, gibt das System Sicherheit — etwa wenn die pflegende Person selbst stürzt oder beide gleichzeitig Hilfe brauchen. Viele Anbieter ermöglichen einen zweiten Funksender für den Partner, oft gegen einen geringen Aufpreis. So sind beide Personen abgesichert, und im Notfall ist immer jemand erreichbar.

Datenschutz und Sicherheit

Beim Hausnotruf werden sensible Gesundheitsdaten gespeichert. Seriöse Anbieter halten sich strikt an die Vorgaben des Datenschutzes (DSGVO): Die Daten werden verschlüsselt verarbeitet, nur für den Notfall genutzt und nicht an Dritte weitergegeben. Achten Sie bei der Wahl des Anbieters auf transparente Datenschutzbestimmungen und eine zertifizierte Notrufzentrale. So profitieren Sie von der Sicherheit des Systems, ohne sich um den Schutz Ihrer Daten sorgen zu müssen.

Hausnotruf im Vergleich: Basis, Komfort, mobil

Die Systeme unterscheiden sich vor allem im Funktionsumfang:

VarianteFunktionEinsatz
BasisNotrufknopf + Zentralezu Hause
Komfortplus Sturzsensor, Schlüsselboxzu Hause, erhöhtes Risiko
Mobilplus GPS-Ortungauch unterwegs

Den Pflegekassen-Zuschuss von 25,50 € gibt es für den Basis-Hausnotruf; Zusatzfunktionen kosten in der Regel extra.

Häufige Irrtümer zum Hausnotruf

Diese Annahmen halten manche vom Hausnotruf ab:

  • „Das ist nur etwas für Schwerstpflegebedürftige.“ Nein, schon ab Pflegegrad 1 und bei erhöhtem Risiko sinnvoll.
  • „Ich muss alles selbst zahlen.“ Die Pflegekasse bezuschusst den Basis-Hausnotruf.
  • „Das funktioniert nur mit Festnetz.“ Moderne Geräte arbeiten auch über Mobilfunk.
  • „Der Knopf nützt nichts, wenn ich nicht sprechen kann.“ Die Zentrale schickt auch dann Hilfe.

Hausnotruf für Angehörige: Sicherheit aus der Ferne

Der Hausnotruf entlastet nicht nur die Pflegebedürftigen, sondern vor allem auch die Angehörigen. Viele Kinder pflegebedürftiger Eltern wohnen weiter entfernt und sorgen sich, ob im Notfall jemand hilft. Das Wissen, dass rund um die Uhr eine Notrufzentrale erreichbar ist und im Ernstfall sofort die hinterlegten Kontaktpersonen verständigt werden, nimmt diese Sorge spürbar. So lässt sich die Selbstständigkeit der Eltern länger erhalten, ohne dass Angehörige ständig in Alarmbereitschaft leben müssen.

Welche Anschlüsse braucht der Hausnotruf?

Moderne Hausnotruf-Systeme sind flexibel: Sie funktionieren sowohl über den klassischen Telefonanschluss als auch über Internet (VoIP) oder das Mobilfunknetz. Für Haushalte ohne Festnetz gibt es Geräte mit eingebauter SIM-Karte, die das Mobilfunknetz nutzen. Wichtig ist eine stabile Verbindung und eine Stromversorgung; viele Basisstationen haben einen Notstromakku, der auch bei Stromausfall mehrere Stunden weiterläuft. Der Anbieter prüft bei der Installation, welche Lösung in Ihrer Wohnung am besten funktioniert.

Hausnotruf kündigen oder wechseln

Hausnotruf-Verträge lassen sich in der Regel mit überschaubaren Fristen kündigen — achten Sie schon beim Abschluss auf flexible Konditionen. Ein Wechsel des Anbieters ist möglich, etwa wenn Sie mit dem Service unzufrieden sind oder zusätzliche Funktionen wie eine GPS-Ortung wünschen. Auch bei einem Umzug oder veränderten Bedürfnissen lohnt sich ein Vergleich. Der Pflegekassen-Zuschuss bleibt unabhängig vom Anbieter bestehen, solange die Voraussetzungen erfüllt sind.

So unterstützen wir Sie

Ein Hausnotruf ist ein wichtiger Baustein für ein sicheres Leben zu Hause — und lässt sich ideal mit ambulanter Pflege kombinieren. Wir beraten Sie, welche Lösung zu Ihrer Situation passt, und übernehmen die regelmäßige pflegerische Versorgung, damit Ihr Angehöriger rundum gut versorgt ist. So verbinden sich Technik und persönliche Betreuung zu echter Sicherheit. Gern prüfen wir unverbindlich, ob in Ihrer Region eine Pflegekraft verfügbar ist.

Häufige Fragen zu Hausnotruf

Wie viel zahlt die Pflegekasse für den Hausnotruf?
Bei vorliegendem Pflegegrad übernimmt die Pflegekasse einen monatlichen Zuschuss von 25,50 € (Stand 2025) für den Basis-Hausnotruf. Zusätzlich kann ein einmaliger Betrag für die Installation übernommen werden.
Ab welchem Pflegegrad gibt es den Hausnotruf-Zuschuss?
Bereits ab Pflegegrad 1, sofern die Person allein lebt oder mit jemandem, der im Notfall nicht helfen kann, und ein erhöhtes Notfallrisiko besteht.
Wie funktioniert ein Hausnotruf?
Auf Knopfdruck am Sender stellt die Basisstation automatisch eine Sprechverbindung zur rund um die Uhr besetzten Notrufzentrale her, die die Lage klärt und Angehörige, Nachbarn oder den Rettungsdienst verständigt.
Was kostet ein Hausnotruf im Monat?
Ein Basis-Hausnotruf kostet je nach Anbieter rund 25 bis 30 € im Monat. Mit dem Zuschuss der Pflegekasse von 25,50 € ist die Grundversorgung oft nahezu abgedeckt. Zusatzleistungen kosten extra.
Wer bietet Hausnotruf-Systeme an?
Vor allem die großen Hilfsorganisationen wie DRK, Johanniter, Malteser, ASB und Caritas sowie private Anbieter. Achten Sie auf eine rund um die Uhr besetzte Zentrale und faire Vertragsbedingungen.
Wie beantrage ich den Zuschuss?
Wählen Sie einen Anbieter und beantragen Sie den Zuschuss bei der Pflegekasse — der Anbieter hilft dabei oft. Nach Genehmigung wird das Gerät installiert, und die Pflegekasse zahlt den monatlichen Zuschuss.
Funktioniert der Hausnotruf auch unterwegs?
Der klassische Hausnotruf funktioniert nur zu Hause. Für unterwegs gibt es mobile Notrufgeräte mit GPS-Ortung, die meist etwas mehr kosten und nicht vollständig bezuschusst werden.
Ist ein Hausnotruf bei Demenz sinnvoll?
Im frühen Stadium ja. Später können Betroffene den Knopf oft nicht mehr gezielt nutzen; dann helfen Sturzsensoren, Bewegungsmelder oder GPS-Ortung gegen eine Weglauftendenz.
Welche Zusatzfunktionen gibt es?
Unter anderem automatische Sturzsensoren, Schlüsselhinterlegung, Rauch- und Gasmelder, GPS-Ortung und regelmäßige Sicherheitsanrufe der Zentrale. Diese Extras sind meist kostenpflichtig.
Was passiert, wenn ich nicht mehr sprechen kann?
Die Notrufzentrale kennt Ihre hinterlegten Daten wie Vorerkrankungen und Kontaktpersonen und leitet auch dann Hilfe ein, wenn Sie sich nicht mehr äußern können.
Gibt es eine Schlüsselhinterlegung?
Ja, viele Anbieter bieten eine Schlüsselhinterlegung an, damit Helfer im Notfall ohne Verzögerung in die Wohnung gelangen. Das ist meist eine kostenpflichtige Zusatzleistung.
Lohnt sich ein Hausnotruf auch ohne Pflegegrad?
Ja, aus Sicherheitsgründen kann sich ein Hausnotruf auch ohne Pflegegrad lohnen. Den monatlichen Zuschuss der Pflegekasse gibt es allerdings nur mit anerkanntem Pflegegrad.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle Beratung. Die genannten Beträge entsprechen dem Stand 2025 und gelten 2026 unverändert weiter (nächste planmäßige Anpassung zum 1. Januar 2028) — maßgeblich sind die jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen und Ihre Pflegekasse.