Pflegestützpunkte sind neutrale, wohnortnahe Beratungsstellen rund um die Pflege. Sie helfen unabhängig und kostenlos, den Überblick über Leistungen und Angebote zu behalten — und bündeln alles an einer Stelle. Hier erfahren Sie, was ein Pflegestützpunkt leistet, für wen er da ist und wie Sie ihn finden.
Ein Pflegestützpunkt ist eine wohnortnahe, neutrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um die Pflege. Hier erhalten pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen kostenlose und unabhängige Beratung — gebündelt an einer Stelle, statt von Amt zu Amt geschickt zu werden. Grundlage ist § 7c SGB XI.
Getragen werden Pflegestützpunkte gemeinsam von Pflege- und Krankenkassen sowie den Kommunen. Ihr Ziel: Menschen sollen sich im komplexen Pflegesystem zurechtfinden und alle Hilfen erhalten, die ihnen zustehen — wohnortnah und auf Augenhöhe.
Die Pflegestützpunkte vereinen mehrere Funktionen:
Beide Begriffe hängen eng zusammen, sind aber nicht dasselbe:
| Merkmal | Pflegestützpunkt | Pflegeberatung § 7a |
|---|---|---|
| Was | Anlaufstelle / Ort | Beratungsanspruch |
| Träger | Kassen + Kommune | Pflegekasse |
| Form | vor Ort, wohnortnah | auch telefonisch / zu Hause |
Im Pflegestützpunkt wird die Pflegeberatung nach § 7a oft direkt angeboten — der Stützpunkt ist sozusagen der wohnortnahe Ort dafür.
Die Beratung steht allen offen, die Fragen zur Pflege haben — pflegebedürftigen Menschen ebenso wie ihren Angehörigen, Nachbarn oder Betreuern. Ein Pflegegrad ist nicht Voraussetzung. Auch wer sich erst informieren möchte, weil sich ein Pflegebedarf abzeichnet, ist richtig. Die Beratung ist unabhängig von der Krankenkasse, bei der man versichert ist.
Ja. Die Beratung im Pflegestützpunkt ist für Ratsuchende vollständig kostenlos — finanziert von Pflege- und Krankenkassen sowie den Kommunen. Es entstehen keine Gebühren, weder für ein Erstgespräch noch für Folgeberatungen. Diese Neutralität ist ein großer Vorteil: Anders als bei einem Anbieter, der eigene Leistungen verkaufen möchte, beraten Pflegestützpunkte ergebnisoffen im Interesse der Ratsuchenden.
Pflegestützpunkte gibt es in den meisten Regionen, allerdings nicht flächendeckend in jedem Bundesland gleich dicht. So finden Sie den nächsten:
Beim ersten Gespräch schildern Sie Ihre Situation, und die Beraterin verschafft sich ein Bild vom Hilfebedarf. Gemeinsam wird besprochen, welche Leistungen infrage kommen, welche Anträge nötig sind und welche Angebote es vor Ort gibt. Oft entsteht ein erster Versorgungsplan. Sie können das Gespräch im Pflegestützpunkt führen oder — je nach Angebot — einen Hausbesuch vereinbaren. Bringen Sie vorhandene Unterlagen wie Bescheide und Arztberichte mit.
Tritt ein Pflegefall plötzlich ein — etwa nach einem Schlaganfall oder einem Sturz —, ist schnelle Orientierung gefragt. Der Pflegestützpunkt hilft, in kurzer Zeit die wichtigsten Schritte zu klären: Pflegegrad beantragen, einen Pflegedienst finden, Kurzzeitpflege oder Hilfsmittel organisieren. So vermeiden Sie, in der ohnehin belastenden Situation den Überblick zu verlieren.
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Pflegende Angehörige stehen oft unter großer Belastung. Der Pflegestützpunkt nimmt auch sie in den Blick: Er informiert über Entlastungsangebote, über die Verhinderungspflege, über Pflegekurse und über Wege, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Diese Unterstützung hilft, eine Überlastung zu vermeiden und die Pflege langfristig tragfähig zu gestalten.
Neben Pflegestützpunkten gibt es weitere unabhängige Beratungsangebote: die Verbraucherzentralen, Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie oder AWO sowie Senioren- und Selbsthilfeorganisationen. Sie alle beraten neutral. Welche Stelle die beste ist, hängt vom Anliegen und vom Angebot vor Ort ab — der Pflegestützpunkt ist jedoch oft die erste und umfassendste Anlaufstelle, weil er die Hilfen koordiniert.
Die Stärken auf einen Blick: neutrale Beratung ohne Verkaufsinteresse, kostenlos, wohnortnah und mit Kenntnis der regionalen Angebote. Statt sich selbst durch Paragrafen und Zuständigkeiten zu kämpfen, bekommen Ratsuchende alle Fäden an einer Stelle gebündelt. Gerade am Anfang eines Pflegefalls spart das viel Zeit, Geld und Nerven.
Der Pflegestützpunkt berät, vermittelt und koordiniert — er übernimmt aber nicht die Pflege selbst und entscheidet auch nicht über den Pflegegrad (das tut der Medizinische Dienst). Er ersetzt ebenso wenig die rechtliche Beratung bei komplexen Fragen. Seine Stärke liegt im Überblick und in der Lotsenfunktion: Er zeigt den Weg, gehen müssen Sie ihn — mit Unterstützung — selbst.
Das deutsche Pflegesystem ist über die Jahre immer komplexer geworden: Pflegekasse, Krankenkasse, Sozialamt, ambulante Dienste, Tagespflege, Hilfsmittel, Anträge, Fristen. Für Laien ist das kaum zu überblicken — gerade dann, wenn ein Pflegefall plötzlich eintritt und schnell Entscheidungen nötig sind.
Pflegestützpunkte wurden geschaffen, um genau diese Lücke zu schließen: eine neutrale Stelle, die alle Fäden zusammenführt und Menschen lotst, statt sie von Amt zu Amt zu schicken. Sie sind damit ein zentrales Element, um die Pflege zu Hause überhaupt organisierbar zu machen.
Die Dichte der Pflegestützpunkte ist regional sehr unterschiedlich. Manche Bundesländer verfügen über ein engmaschiges Netz, in anderen gibt es nur wenige Standorte. Wo kein Pflegestützpunkt in der Nähe ist, übernehmen die Pflegeberatung der Pflegekasse nach § 7a oder kommunale Beratungsstellen dieselbe Aufgabe. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Pflegekasse nach der für Sie zuständigen Stelle — den kostenlosen Beratungsanspruch haben Sie in jedem Fall, unabhängig davon, ob ein Stützpunkt vor Ort existiert.
Viele Kinder pflegebedürftiger Eltern wohnen weit entfernt und können nicht einfach vorbeikommen. Auch für sie sind Pflegestützpunkte da: Viele bieten telefonische Beratung an, und die Pflegeberatung nach § 7a ist ebenfalls telefonisch oder per Video möglich. So lässt sich die Versorgung der Eltern auch über Entfernung organisieren — von der Antragstellung bis zur Vermittlung eines Pflegedienstes vor Ort. Mit Einwilligung des Betroffenen können Angehörige die Beratung stellvertretend nutzen.
Ein typischer Weg über den Pflegestützpunkt sieht so aus: Beim ersten Gespräch wird die Situation erfasst und ein Versorgungsplan erstellt. Anschließend hilft der Stützpunkt beim Antrag auf den Pflegegrad, vermittelt einen ambulanten Pflegedienst, organisiert Hilfsmittel und klärt Entlastungsangebote für die Angehörigen. Bei Veränderungen — etwa einer Verschlechterung — wird der Plan angepasst. So entsteht aus vielen Einzelschritten eine durchgehende, verlässliche Versorgung.
Damit das Gespräch möglichst viel bringt, hilft eine kurze Vorbereitung:
Je klarer das Bild, desto gezielter kann die Beraterin helfen.
Bei einer Demenz verändert sich der Hilfebedarf über die Zeit stark, und es gibt viele spezielle Angebote — von Betreuungsgruppen über die Tagespflege bis zu Schulungen für Angehörige. Der Pflegestützpunkt kennt die regionalen Angebote, hilft bei der rechtzeitigen Einstufung des Pflegegrades und unterstützt dabei, ein tragfähiges Netz aufzubauen. Auch zur rechtlichen Vorsorge mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung kann er den Weg weisen.
Ergänzend zur Beratung vor Ort setzen immer mehr Stellen auf digitale Wege: Online-Portale der Pflegekassen, Video-Beratung und Apps, die bei Organisation, Dokumentation und Antragstellung helfen. Das ist praktisch für Berufstätige und für Angehörige, die weiter weg wohnen. Den persönlichen Kontakt — gerade den Hausbesuch, bei dem die Wohnsituation berücksichtigt wird — ersetzt das nicht vollständig, aber als Ergänzung bieten digitale Angebote zusätzliche Flexibilität.
Steht die Entlassung aus dem Krankenhaus an und ist zu Hause noch nichts organisiert, ist schnelle Hilfe gefragt. Der Pflegestützpunkt unterstützt dabei, in kurzer Zeit die wichtigsten Schritte zu klären: einen Pflegegrad beantragen, einen ambulanten Pflegedienst finden, Kurzzeitpflege organisieren oder Hilfsmittel beschaffen. In Verbindung mit dem Krankenhaus-Sozialdienst gelingt so ein nahtloser Übergang von der Klinik nach Hause — ohne dass die Familie in der ohnehin angespannten Lage den Überblick verliert.
Nichts. Die Beratung im Pflegestützpunkt ist für Ratsuchende grundsätzlich komplett kostenlos — egal, ob Sie einmalig vorbeikommen oder mehrfach Unterstützung brauchen. Finanziert wird sie von den Pflege- und Krankenkassen sowie den Kommunen. Es gibt keine versteckten Gebühren und keine Verpflichtung, bestimmte Leistungen abzunehmen. Diese Unabhängigkeit ist ein zentraler Vorteil: Sie erhalten eine Empfehlung, die sich ausschließlich an Ihrem Bedarf orientiert, nicht am Verkaufsinteresse eines Anbieters.
Der Pflegestützpunkt klärt den Überblick — wir setzen die Versorgung zu Hause um. Als ambulanter Pflegedienst arbeiten wir mit den Beratungsstellen Hand in Hand: Wir übernehmen Grund- und Behandlungspflege, beraten zu den passenden Leistungen und sorgen dafür, dass aus dem Beratungsplan eine verlässliche, alltagstaugliche Versorgung wird. Gern prüfen wir unverbindlich, ob in Ihrer Region eine Pflegekraft verfügbar ist.
Persönlich, erfahren, herzlich: Sprechen Sie mit uns über die Versorgung Ihres Angehörigen zu Hause.
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