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Enkeltrick – fast jeder hat schon davon gehört. Und trotzdem klappt diese Masche immer wieder. Weil Betrüger genau wissen, wie man Vertrauen ausnutzt: mit Emotionen, Zeitdruck und einer Geschichte, die keine Pause erlaubt. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen – und zwar nicht nur durch den klassischen Enkeltrick, sondern auch durch Druck, Übergriffe oder andere Formen finanzieller Ausbeutung.

Das zeigt auch ein aktueller Beitrag im Wirtschaftsteil des Mannheimer Morgen.

Was beim Enkeltrick passiert – und woran man ihn erkennt

Beim Enkeltrick geben sich Betrüger am Telefon als Enkel, Tochter, Neffe oder „guter Bekannter“ aus. Die Stimme klingt aufgeregt, manchmal weinerlich, oft ist die Verbindung angeblich schlecht. Dann kommt eine Notlage: Unfall, Krankenhaus, dringende Rechnung, Kaution, Anwalt. Es soll sofort eine Lösung her – und vor allem: Geld.

Typisch ist diese Abfolge – und genau darin stecken die Warnsignale:

Zuerst wird Vertrauen aufgebaut („Rate mal, wer dran ist…“).
Dann kommt Druck („Ich kann nicht lange sprechen“, „Bitte sag niemandem was“, „Es ist dringend“).
Und am Ende wird es praktisch: Bargeld, Schmuck oder eine schnelle Überweisung – manchmal mit einem „Boten“, der gleich an der Tür steht.

Wenn ein Gespräch unklar bleibt, drängt oder geheim bleiben soll, ist das selten ein Zufall.

Damit im Ernstfall nichts vergessen wird, gibt’s die wichtigsten Schritte als kurze Checkliste Enkeltrick für Zuhause.

Warum pflegebedürftige Senioren häufiger betroffen sind

Pflegebedürftigkeit verändert den Alltag. Viele Betroffene sind schneller verunsichert, hören schlechter, reagieren langsamer oder sind in Stresssituationen leichter zu beeinflussen. Und genau darauf setzen Täter: Ein Moment der Überforderung – und schon wirkt eine frei erfundene Geschichte „plausibel“.

Wichtig ist auch: Finanzielle Ausbeutung ist nicht immer „nur“ Trickbetrug. Es kann auch um Druck, Drohung oder gezielte Einflussnahme gehen – und manchmal kommt das aus dem nahen Umfeld. In einem Artikel im Mannheimer Morgen (Wirtschaftsteil) „Finanzielle Ausbeutung ist eine Gefahr“ (24. Februar 2026) wird das mit Zahlen unterstrichen: 16 % berichten von einem Verdacht auf finanziellen Missbrauch; in rund jedem fünften Fall (19 %) kommt die finanzielle Ausbeutung von vertrauten Personen aus dem Umfeld.

Auch das Bundesministerium des Innern weist zudem darauf hin, dass die Betrüger häufiger auch Messengerdienste nutzen, um an das Geld zu kommen. Genauer schreiben sie: „Dabei suchen die Betrüger häufig mit Nachrichten wie, „Hallo Mama, hallo Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Handynummer…“ den Einstieg in den Chat.“

Nutzen Sie jetzt die IhrTeam24-Sofortmaßnahmen gegen den Enkeltrick

Diese Maßnahmen sind so gedacht, dass sie im Alltag wirklich funktionieren – auch dann, wenn es hektisch wird.

1) Auflegen. Prüfen. Erst dann handeln.

Das Wichtigste ist die Pause. Nicht diskutieren, nicht erklären, nicht „höflich sein“.

  1. Auflegen
  2. Prüfen: Rückruf nur über eine bekannte, gespeicherte Nummer.
  3. Erst dann handeln.

Das nimmt den Tätern den größten Hebel: Die Dringlichkeit.

2) Die 3 Leitfragen, die sofort Klarheit bringen

Nicht vorwurfsvoll, sondern klärend – diese Fragen helfen, die Situation zu sortieren:

  • Wobei genau soll „geholfen“ werden?
  • Wer hat Einfluss auf die Entscheidung?
  • Wie wurde Geld weitergegeben oder überwiesen?

Diese Fragen holen die Situation zurück in die Realität – und stoppen viele Betrugsversuche schon im Kopf.

3) Familien-Codewort festlegen

Ein Codewort wirkt simpel – ist aber extrem effektiv. Wer es nicht kennt, ist nicht die Familie. Kurz, leicht zu merken, nie erratbar.

4) Satz zum Abbrechen (für Telefon und Tür)

Ein festes „Abbruch-Skript“ hilft, wenn jemand unter Druck gerät:

„Ich kläre das mit meiner Familie. Ich rufe zurück.“

5) Klare Regel: Niemals Geld an der Tür

Beim Enkeltrick ist der Bote oft der letzte Schritt. Deshalb ist diese Regel Gold wert:

Kein Geld. Kein Schmuck. Keine Übergabe an der Tür.

6) Telefon-Zettel sichtbar platzieren

Ein kleiner Zettel neben dem Telefon wirkt oft stärker als man denkt – weil er in der Situation „mitdenkt“:

  • Name? Vor- und Nachname.
  • Worum geht’s genau?
  • Ich rufe zurück.
  • Keine Überweisung. Keine Übergabe.

7) Wenn „Polizei“ am Telefon Geld will: sofort beenden

Ein typisches Muster ist die Fake-Polizei („Ihre Wertsachen sind in Gefahr, wir sichern sie“). Klingt offiziell, ist aber Betrug. Bei Unsicherheit: auflegen und selbst die 110 wählen.

Wer das gern griffbereit haben möchte: Die wichtigsten Regeln gibt’s als PDF-Checkliste zum Ausdrucken.

Gesetzliche Betreuung: wenn es um Geld und Entscheidungen geht

Wenn es um Geld, Verträge oder Behörden geht, spielt die gesetzliche Betreuung manchmal eine wichtige Rolle – vor allem dann, wenn keine Vorsorgevollmacht vorhanden ist oder Entscheidungen nicht mehr sicher getroffen werden können.

Wichtig: Eine rechtliche Betreuung ist keine Pflege, sondern Unterstützung bei rechtlichen Angelegenheiten. Je nach gerichtlich festgelegtem Aufgabenbereich (z. B. Vermögenssorge) kann sie helfen, riskante Schnellentscheidungen zu vermeiden – etwa wenn Druck gemacht wird, Geld abzuheben, Verträge zu unterschreiben oder „mal eben“ etwas zu regeln. Entscheidend ist dabei der richtige Ton: unterstützen, aber nicht bevormunden.

Mehr Sicherheit an der Haustür: warum 24-Stunden-Betreuung helfen kann

Viele Betrugsfälle kippen, wenn zusätzlich jemand klingelt. Pflegebedürftige Menschen öffnen eher, lassen sich leichter verunsichern oder fühlen sich verpflichtet, „kurz zu helfen“.

Eine 24-Stunden-Betreuung kann hier im Alltag Sicherheit geben, weil in kritischen Momenten jemand da ist:

  • Türsituationen werden nicht allein gelöst: Die Betreuungskraft kann übernehmen, nachfragen, abweisen.
  • Bei Druck am Telefon hilft eine ruhige zweite Person, das Gespräch zu beenden.
  • Auffällige Anrufe oder Besucher werden schneller erkannt und an die Familie gemeldet.
  • Mehr Struktur bedeutet weniger Überforderung – und weniger Angriffsfläche.

Wenn es schon passiert ist

Wenn Geld übergeben oder überwiesen wurde, zählt Geschwindigkeit. In vielen Fällen kann man innerhalb der ersten 24 Stunden eine Überweisung zurückziehen. Sie sollten jedoch Vorfälle immer melden.

Polizei informieren (110), Bank kontaktieren, Angehörige einbeziehen. Auch ein Versuch sollte gemeldet werden – das hilft, andere zu schützen.

Das Wichtigste in einem Satz

Enkeltrick-Betrug lebt von Druck. Wer konsequent auflegt, über bekannte Nummern zurückruft und niemals Geld an der Tür übergibt, nimmt Tätern die Chance.

Der Enkeltrick ist nur ein Aspekt der Sicherheit unserer Betreuungskräfte. Sie bieten ebenso schnelle Hilfe bei Stürzen oder sonstigen akut auftretenden gesundheitlichen Vorfällen. Wenn Sie eine umfangreiche Beratung über unsere 24 Stunden Betreuung wünschen, melden Sie sich gerne über das Formular unten.

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