Enkeltrick: Senioren vor Trickbetrug schützen
D.E.
25. Februar 2026


Enkeltrick – fast jeder hat schon davon gehört. Und trotzdem klappt diese Masche immer wieder. Weil Betrüger genau wissen, wie man Vertrauen ausnutzt: mit Emotionen, Zeitdruck und einer Geschichte, die keine Pause erlaubt. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen – und zwar nicht nur durch den klassischen Enkeltrick, sondern auch durch Druck, Übergriffe oder andere Formen finanzieller Ausbeutung.
Das zeigt auch ein aktueller Beitrag im Wirtschaftsteil des Mannheimer Morgen.
Beim Enkeltrick geben sich Betrüger am Telefon als Enkel, Tochter, Neffe oder „guter Bekannter“ aus. Die Stimme klingt aufgeregt, manchmal weinerlich, oft ist die Verbindung angeblich schlecht. Dann kommt eine Notlage: Unfall, Krankenhaus, dringende Rechnung, Kaution, Anwalt. Es soll sofort eine Lösung her – und vor allem: Geld.
Typisch ist diese Abfolge – und genau darin stecken die Warnsignale:
Zuerst wird Vertrauen aufgebaut („Rate mal, wer dran ist…“).
Dann kommt Druck („Ich kann nicht lange sprechen“, „Bitte sag niemandem was“, „Es ist dringend“).
Und am Ende wird es praktisch: Bargeld, Schmuck oder eine schnelle Überweisung – manchmal mit einem „Boten“, der gleich an der Tür steht.
Wenn ein Gespräch unklar bleibt, drängt oder geheim bleiben soll, ist das selten ein Zufall.
Pflegebedürftigkeit verändert den Alltag. Viele Betroffene sind schneller verunsichert, hören schlechter, reagieren langsamer oder sind in Stresssituationen leichter zu beeinflussen. Und genau darauf setzen Täter: Ein Moment der Überforderung – und schon wirkt eine frei erfundene Geschichte „plausibel“.
Wichtig ist auch: Finanzielle Ausbeutung ist nicht immer „nur“ Trickbetrug. Es kann auch um Druck, Drohung oder gezielte Einflussnahme gehen – und manchmal kommt das aus dem nahen Umfeld. In einem Artikel im Mannheimer Morgen (Wirtschaftsteil) „Finanzielle Ausbeutung ist eine Gefahr“ (24. Februar 2026) wird das mit Zahlen unterstrichen: 16 % berichten von einem Verdacht auf finanziellen Missbrauch; in rund jedem fünften Fall (19 %) kommt die finanzielle Ausbeutung von vertrauten Personen aus dem Umfeld.
Auch das Bundesministerium des Innern weist zudem darauf hin, dass die Betrüger häufiger auch Messengerdienste nutzen, um an das Geld zu kommen. Genauer schreiben sie: „Dabei suchen die Betrüger häufig mit Nachrichten wie, „Hallo Mama, hallo Papa, mein Handy ist kaputt, das ist meine neue Handynummer…“ den Einstieg in den Chat.“
Diese Maßnahmen sind so gedacht, dass sie im Alltag wirklich funktionieren – auch dann, wenn es hektisch wird.
Das Wichtigste ist die Pause. Nicht diskutieren, nicht erklären, nicht „höflich sein“.
Das nimmt den Tätern den größten Hebel: Die Dringlichkeit.
Nicht vorwurfsvoll, sondern klärend – diese Fragen helfen, die Situation zu sortieren:
Diese Fragen holen die Situation zurück in die Realität – und stoppen viele Betrugsversuche schon im Kopf.
Ein Codewort wirkt simpel – ist aber extrem effektiv. Wer es nicht kennt, ist nicht die Familie. Kurz, leicht zu merken, nie erratbar.
Ein festes „Abbruch-Skript“ hilft, wenn jemand unter Druck gerät:
„Ich kläre das mit meiner Familie. Ich rufe zurück.“
Beim Enkeltrick ist der Bote oft der letzte Schritt. Deshalb ist diese Regel Gold wert:
Kein Geld. Kein Schmuck. Keine Übergabe an der Tür.
Ein kleiner Zettel neben dem Telefon wirkt oft stärker als man denkt – weil er in der Situation „mitdenkt“:
Ein typisches Muster ist die Fake-Polizei („Ihre Wertsachen sind in Gefahr, wir sichern sie“). Klingt offiziell, ist aber Betrug. Bei Unsicherheit: auflegen und selbst die 110 wählen.
Wenn es um Geld, Verträge oder Behörden geht, spielt die gesetzliche Betreuung manchmal eine wichtige Rolle – vor allem dann, wenn keine Vorsorgevollmacht vorhanden ist oder Entscheidungen nicht mehr sicher getroffen werden können.
Wichtig: Eine rechtliche Betreuung ist keine Pflege, sondern Unterstützung bei rechtlichen Angelegenheiten. Je nach gerichtlich festgelegtem Aufgabenbereich (z. B. Vermögenssorge) kann sie helfen, riskante Schnellentscheidungen zu vermeiden – etwa wenn Druck gemacht wird, Geld abzuheben, Verträge zu unterschreiben oder „mal eben“ etwas zu regeln. Entscheidend ist dabei der richtige Ton: unterstützen, aber nicht bevormunden.
Viele Betrugsfälle kippen, wenn zusätzlich jemand klingelt. Pflegebedürftige Menschen öffnen eher, lassen sich leichter verunsichern oder fühlen sich verpflichtet, „kurz zu helfen“.
Eine 24-Stunden-Betreuung kann hier im Alltag Sicherheit geben, weil in kritischen Momenten jemand da ist:
Wenn Geld übergeben oder überwiesen wurde, zählt Geschwindigkeit. In vielen Fällen kann man innerhalb der ersten 24 Stunden eine Überweisung zurückziehen. Sie sollten jedoch Vorfälle immer melden.
Polizei informieren (110), Bank kontaktieren, Angehörige einbeziehen. Auch ein Versuch sollte gemeldet werden – das hilft, andere zu schützen.
Enkeltrick-Betrug lebt von Druck. Wer konsequent auflegt, über bekannte Nummern zurückruft und niemals Geld an der Tür übergibt, nimmt Tätern die Chance.
Der Enkeltrick ist nur ein Aspekt der Sicherheit unserer Betreuungskräfte. Sie bieten ebenso schnelle Hilfe bei Stürzen oder sonstigen akut auftretenden gesundheitlichen Vorfällen. Wenn Sie eine umfangreiche Beratung über unsere 24 Stunden Betreuung wünschen, melden Sie sich gerne über das Formular unten.
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