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Ein kurzer Moment – und plötzlich ist klar, worum es geht

Der Flur ist vertraut, die Wege sind bekannt. Trotzdem bleibt der Rollator an einer Teppichkante hängen. Im Bad liegt die Matte ein Stück zu weit, das Licht im Flur bleibt nachts aus „weil es nur schnell“ zur Toilette geht. Es sind gewöhnliche Situationen – aber genau diese kleinen Momente entscheiden im Pflegealltag über Sicherheit.

Wie relevant das Thema ist, zeigen öffentliche Daten: Laut dem Robert Koch-Institut (GBE/RKI) sind 23,8 % der Menschen ab 65 Jahren in Deutschland innerhalb von 12 Monaten mindestens einmal gestürzt (Erhebung 2022). Und als grobe Orientierung nennt gesund.bund.de, dass etwa 30 von 100 Menschen über 65, die zu Hause leben, mindestens einmal pro Jahr stürzen.

Sicherheit im Pflegealltag heißt deshalb nicht, alles zu „verbieten“. Es heißt, Risiken so zu reduzieren, dass der Alltag weiter möglich bleibt – würdevoll, selbstbestimmt und mit spürbar weniger Druck für Angehörige. Gerade die Sturzgefahr Zuhause ist dabei häufig der Punkt, der Familien am stärksten beschäftigt – weil ein einziger Sturz vieles verändern kann.

 

Was Sicherheit im Pflegealltag praktisch bedeutet

Sicherheit entsteht im Zuhause nicht durch einen großen Umbau allein, sondern durch ein wiederholbares Prinzip: Risiken erkennen – Maßnahmen umsetzen – regelmäßig nachschauen. Das ist besonders wichtig, weil sich das Zuhause verändert: Möbel werden umgestellt, ein neuer Teppich kommt dazu, nach einem Krankenhausaufenthalt ist die Mobilität oft anders als vorher – und damit verschieben sich auch Risiken.

Somit gilt: Wer im Zuhause etwas verändert, sollte kurz prüfen, ob Wege, Licht und Abläufe weiterhin sicher sind. Genau hier entsteht in der Praxis oft neue Sturzgefahr, obwohl die Veränderung gut gemeint war.

 

Kurz erklärt: Was erhöht die Sturzgefahr Zuhause besonders?

Stürze passieren selten „einfach so“. Meist kommen mehrere Faktoren zusammen: eine kleine Stolperfalle, ein Moment Unachtsamkeit, Müdigkeit, Schwindel oder ein schneller Richtungswechsel. Gerade im Alter steigt die Sturzgefahr, weil Gleichgewicht, Reaktionsfähigkeit oder Muskelkraft nachlassen können – und weil alltägliche Abläufe (nachts zur Toilette, Aufstehen, Anziehen) häufiger Unterstützung brauchen.

Für viele Angehörige ist das eine hilfreiche Orientierung: Sturzprävention Zuhause bedeutet nicht, alles zu kontrollieren. Es bedeutet, die größten Auslöser zu kennen und konsequent zu entschärfen – Schritt für Schritt, ohne den Alltag zu überfrachten.

 

Die häufigsten Gefahrenquellen im Pflegealltag – und was wirklich hilft

Sturzrisiken in Laufwegen – Flur, Schlafzimmer, Küche

Stürze passieren häufig auf den Wegen, die jeden Tag genutzt werden: vom Bett ins Bad, vom Sessel zur Küche, zur Haustür. Ein Teil der Ursache liegt in der Umgebung (Teppichkanten, Kabel, schlechte Beleuchtung), ein Teil in Gewohnheiten (ohne Gehhilfe „nur schnell“, Eile, falsche Schuhe). Genau hier entscheidet sich oft, ob man Sturzgefahr reduzieren kann – oder ob sie unbemerkt steigt.

Im Alltag bewähren sich vor allem Lösungen, die ohne extra Aufwand funktionieren:

    • Licht konsequent verbessern (z. B. Nachtlicht oder Bewegungsmelder im Flur und Bad)
    • Hauptwege freihalten (Kabel, Läufer, „Zwischenablagen“ auf dem Boden entfernen)
    • Stolperstellen entschärfen (Teppichkanten fixieren oder Teppiche entfernen)
    • Gehhilfen logisch platzieren (direkt am Aufstehpunkt, nicht „irgendwo“)

Der größte Effekt entsteht fast immer dadurch, dass die Top-3-Wege im Alltag sicher werden: Bett–Bad, Wohnbereich–Küche, Wohnungstür–Wohnbereich.

 

Kipp- und Sturzgefahren durch Gegenstände – was umfallen kann, wird schnell zur Falle

Ein häufiger, unterschätzter Risikobereich sind Gegenstände, die kippen, rutschen oder beim Festhalten nachgeben. Das kann sehr banal sein: der wackelige Beistelltisch, ein ungeeigneter Stuhl, ein instabiles Regal, eine schwere Vase auf schmalem Sideboard, die plötzlich im Weg liegt. Auch Dinge, die „nur kurz“ abgestellt werden (Wäschekorb, Staubsauger, Getränkekiste), verändern Laufwege – und erhöhen die Stolper- und Sturzgefahr.

Praktisch hilft ein einfacher Grundsatz: Alles, woran jemand sich im Zweifel festhält, muss stabil sein.
Das bedeutet im Alltag:

    • wackelige Möbel sichern oder ersetzen
    • freie Stellflächen schaffen, damit nichts im Laufweg landet
    • schwere Gegenstände unten lagern, nicht in Kopfhöhe oder „über dem Weg“
    • Stolper-„Zwischenlager“ bewusst vermeiden (Körbe, Kartons, Deko am Boden)

Gerade in Haushalten mit beginnender Gangunsicherheit oder Demenz lohnt sich hier ein regelmäßiger Blick – weil sich Gegenstände im Alltag ständig „neu verteilen“ und damit die Sturzgefahr Zuhause unbemerkt zunimmt.

 

Bad und Toilette – kleiner Raum, große Wirkung

Das Bad ist im Pflegealltag ein Hochrisikobereich: glatte Flächen, wenig Platz, Zeitdruck. Haltegriffe, rutschhemmende Unterlagen oder ein Duschstuhl bringen häufig Stabilität und Ruhe in Routinen – und reduzieren die Gefahr, dass jemand im falschen Moment das Gleichgewicht verliert. Für viele Familien ist das ein zentraler Baustein der Sturzprophylaxe Zuhause, weil das Bad täglich genutzt wird und oft in ungünstigen Situationen (morgens, nachts, unter Zeitdruck).

Bei nötigen Anpassungen kann es finanzielle Unterstützung geben: Das Leistungsportal verwaltung.bund.de nennt einen Zuschuss der Pflegekasse von bis zu 4.000 Euro für wohnumfeld-verbessernde Maßnahmen (antragsabhängig und auf tatsächliche Kosten begrenzt).

Wichtig ist dabei: Dieser Betrag gilt pro pflegebedürftiger Person im Haushalt. Laut Bundesgesundheitsministerium kann der Zuschuss höher ausfallen, wenn mehrere anspruchsberechtigte Pflegebedürftige zusammenleben – dann ist der Betrag pro Person möglich (bis zu viermal, also bis zu 16.720 Euro).

 

Medikamente und Kreislauf – unterschätzte Auslöser

Nicht jede Gefahr im Pflegealltag ist „ein Einrichtungsproblem“. Medikamentenumstellungen können Schwindel, Benommenheit oder Gangunsicherheit verstärken – besonders nach Klinikaufenthalten oder Neueinstellungen. Genau dadurch steigt die Sturzgefahr im Alter häufig, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt. Sicherheit entsteht hier durch Klarheit: ein fester Medikamentenplatz, verständliche Wochenboxen und eine Routine, wer kontrolliert, ob die Einnahme stimmt.

In der 24-Stunden-Betreuung liegt ein Vorteil im Alltag: Veränderungen fallen schneller auf – etwa eine neue Unsicherheit beim Aufstehen oder eine ungewohnte Müdigkeit. Solche Beobachtungen sind wertvoll, damit ärztlich oder in der Apotheke nachjustiert werden kann.

 

Haushalts- und Brandgefahren – Küche, Strom, Routinefehler

Häusliche Unfälle sind ein großes Thema – und Pflegehaushalte sind dabei besonders sensibel, weil Mobilität und Reaktion oft eingeschränkt sind. Das Robert Koch-Institut berichtet für 2023, dass über 33.000 Menschen an Unfallverletzungen starben und dass der größte Teil (mehr als 30.000) auf Unfälle zu Hause oder in der Freizeit entfällt.

Was in der Praxis oft am besten wirkt, sind wiederholbare Routinen statt komplizierter Regeln: Herd-„Aus“-Check, Kabelmanagement in Laufwegen, feste Ablageplätze (damit nichts auf dem Boden landet) und regelmäßige Rauchwarnmelder-Kontrolle.

 

Orientierung und Weglauftendenzen – besonders bei Demenz

Orientierungsprobleme verändern die Risikolage: Türen werden verwechselt, Wege werden nachts gegangen, die eigene Wohnung wird als „fremd“ erlebt. Hier wirkt selten eine einzelne Maßnahme, sondern ein Zusammenspiel aus Struktur, Wiederholung und sanfter Führung: klare Tagesrhythmen, sichtbare Hinweise (Bad, Schlafzimmer), ruhige Übergänge zwischen Aktivitäten. Auch das gehört indirekt zur Sturzprävention Zuhause, weil Unruhe, Fehlwege und Stress das Risiko erhöhen.

Gerade hier zeigt sich der Wert geschulter Betreuung: Sicherheit bedeutet nicht nur „absichern“, sondern vor allem begleiten – mit Routine, Präsenz und passenden Reizen.

 

Veränderungen im Zuhause – der häufigste Grund für neue Risiken

Viele Risiken entstehen nach gut gemeinten Änderungen: Möbel werden umgestellt, ein Teppich soll „wärmer“ wirken, das Bett wird näher ans Fenster geschoben. Neue Wege entstehen – und damit neue Stolperstellen. Ein kurzer Standard hilft: Nach jeder Veränderung einmal die Hauptwege ablaufen, Licht prüfen, Stolperstellen suchen, Hilfsmittelpositionen neu festlegen. Dieser Moment ist oft der entscheidende Hebel, um Sturzgefahr reduzieren zu können, bevor etwas passiert.

Unsere Empfehlung aus der Praxis: Ein kurzer Sicherheitsblick mit der Checkliste: Sicherheit im Pflegealltag Zuhause (weiter unten) alle zwei bis vier Wochen – und zusätzlich nach jeder Umstellung – verhindert, dass sich neue Risiken unbemerkt einschleichen.

 

Die Rolle der 24-Stunden-Betreuung in der Alltagssicherheit

24-Stunden-Betreuung bedeutet im besten Fall nicht nur Anwesenheit, sondern Alltagssicherheit: Eine geschulte Betreuungskraft sieht, welche Wege tatsächlich genutzt werden, welche Gewohnheiten riskant sind und wo kleine Anpassungen den größten Effekt haben. Angehörige und professionelle Kräfte profitieren am meisten, wenn Beobachtungen offen kommuniziert und Maßnahmen gemeinsam getragen werden.

Sicherheit ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Das Zuhause „lebt“ – und ein guter Sicherheitsstandard lebt mit.

Hier finden Sie in einem kurzen Überblick mehr Informationen über die 24-Stunden-Betreuung.

Die Checkliste zum Download

Hier können Sie sich die Checkliste: Sicherheit im Pflegealltag Zuhause herunterladen.

 

Sicherheit entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch gute Routinen

Sicherheit im Pflegealltag ist eine Form von Fürsorge, die vor allem eines schafft: Ruhe im Alltag.

Wer die wichtigsten Risiken kennt, Hauptwege sichert, kippende Gegenstände im Blick behält und Veränderungen konsequent nachprüft, reduziert Sturz- und Unfallrisiken spürbar. Ziel bleibt, Pflege zu Hause möglich zu machen – nicht nur organisatorisch, sondern auch sicher. Und genau deshalb lohnt sich ein klarer Fokus auf die Sturzgefahr Zuhause: Sie ist häufig das Risiko mit der größten unmittelbaren Wirkung auf Alltag, Selbstständigkeit und Vertrauen.

Können Sie nicht immer da sein, möchten aber gerne für mehr Sicherheit im Zuhause Ihres Familienmitglieds sorgen, können Sie hier den gesamten Leistungsumfang der 24-Stunden-Betreuung anschauen. Sollten Sie noch Fragen dazu haben, können Sie uns jederzeit unverbindlich anrufen.

 

Häufig gestellte Fragen

Was kann eine 24-Stunden-Betreuung zur Sicherheit beitragen?
Eine geschulte Betreuungskraft kann Risiken im Alltag früh erkennen, Routinen stabilisieren und Veränderungen im Zustand (z. B. neue Gangunsicherheit) schneller bemerken. Das hilft, Gefahren zu minimieren – besonders in Kombination mit regelmäßigen Checks nach Änderungen im Zuhause.

Welche Gefahren treten im Pflegealltag Zuhause am häufigsten auf?
Am häufigsten sind Sturzrisiken durch Laufwege, schlechte Beleuchtung, rutschige Böden und ungeeignete Routinen. Hinzu kommen Kipp- und Fallgefahren durch instabile Möbel oder Gegenstände sowie Risiken durch Medikamente, die Schwindel oder Unsicherheit verstärken können.

Was sind typische „versteckte“ Stolperfallen, die viele übersehen?
Häufig übersehen werden Teppichkanten, lose Kabel, rutschende Matten, kleine Hocker oder Körbe im Laufweg sowie Möbel, die zum Festhalten genutzt werden, aber wackeln. Auch „kurz abgestellt“ (Einkaufstaschen, Wäschekörbe) wird schnell zur Gefahr.

Wie oft sollte man einen Sicherheits-Check im Zuhause machen?
Ein kurzer Check der Hauptwege lohnt sich regelmäßig, zum Beispiel wöchentlich. Spätestens nach Veränderungen wie Möbelumstellen, neuen Teppichen oder nach Krankenhaus/Reha ist ein erneuter Sicherheitsblick sinnvoll.

Welche Bereiche im Zuhause sind besonders risikoreich?
Bad und Toilette gehören zu den risikoreichsten Bereichen, ebenso Laufwege im Flur und Übergänge zwischen Räumen (Schwellen, Teppiche). Auch Küche und Schlafzimmer werden häufig unterschätzt, weil dort viele Routinebewegungen stattfinden.

 

 

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