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Die Pflege in Deutschland ist im Wandel. In den letzten Jahren gab es mehrere Reformen, Leistungsanpassungen und neue Gesetze – und gleichzeitig das Gefühl vieler Familien: „Es ist trotzdem alles am Limit.“

2026 wird kein großer Paukenschlag in der Pflege, aber ein wichtiges Übergangsjahr. Leistungen werden stabilisiert, Regeln in der häuslichen Pflege verändert und im Hintergrund an einer größeren Pflegereform gearbeitet. 

Was Sie in der Pflege 2026 erwarten können

Das Jahr 2026 bringt für die Pflege in Deutschland keinen großen Paukenschlag – aber wichtige Weichenstellungen. Nach mehreren Reformen in den letzten Jahren, zuletzt mit spürbaren Anpassungen der Pflegeleistungen, folgt nun eine Phase, in der vieles überprüft, vereinfacht und vorbereitet wird.

Für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen bedeutet das: Die laufenden Leistungen bleiben weitgehend stabil, einige Regeln werden angepasst, und an vielen Stellen wird bereits an der nächsten Stufe gearbeitet – etwa an der Entlastung pflegender Angehöriger, der Finanzierung der Pflegeversicherung und an digitalen Strukturen.

Was ist für die 2026 schon (relativ) sicher?

Auch wenn die Pflegereform 2026/27 noch kommt: Für 2026 lässt sich schon einiges absehen.

1. Pflegeleistungen 2026 bleiben stabil

Laut Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit sind nach der zum 1. Januar 2025 erfolgten Erhöhung der Pflegeleistungen für das Jahr 2026 derzeit keine weiteren Leistungssteigerungen beschlossen.
Das gibt Planungssicherheit – bedeutet aber auch: Steigende Lebenshaltungskosten werden nicht durch zusätzliche Pflegeleistungen aufgefangen.

2. BEEP-Gesetz: Änderungen in der häuslichen Pflege

Mit dem Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) ändern sich laut Bundesministerium für Gesundheit vor allem Abläufe in der Pflege zu Hause:

  • weniger Pflichttermine bei Beratungseinsätzen,
  • klarere Fristen bei der Verhinderungspflege,
  • mehr Fokus auf Prävention und digitale Pflegeanwendungen,
  • etwas weniger Bürokratie für Pflegedienste.

Diese Hilfen greifen aber nur, wenn sie aktiv bei Pflegekasse oder Pflegedienst genutzt werden.

3. Finanzierung: Druck auf die Pflegeversicherung

Der Bundesrechnungshof weist in seinen Berichten seit Längerem darauf hin, dass die soziale Pflegeversicherung ohne strukturelle Reformen dauerhaft in eine Finanzierungslücke laufen wird. Nach Analysen, auf die das Bundesministerium für Gesundheit verweist, steigen sowohl die Zahl der Pflegebedürftigen als auch die Ausgaben der Pflegeversicherung deutlich schneller als die Beitragseinnahmen. Weitere Schritte – etwa mehr Steuermittel oder Veränderungen bei Eigenanteilen im Heim – werden im Rahmen der kommenden großen Pflegereform diskutiert, sind aber für 2026 noch nicht vollständig entschieden

Was bedeuten die Änderungen 2026 im Pflegealltag?

Gesetze sind das eine – entscheidend ist, was bei Ihnen ankommt.

Für die Pflege zu Hause:
Die Leistungen der Pflegekasse bleiben 2026 gleich, es gibt also kein zusätzliches Geld. Durch das neue BEEP-Gesetz können aber einige Hilfen leichter genutzt werden – zum Beispiel Präventionsangebote, digitale Pflegeanwendungen und etwas weniger Bürokratie. Wer sich beraten lässt und aktiv nachfragt, kann hier mehr aus den bestehenden Möglichkeiten herausholen.

Für pflegende Angehörige:
Es gibt etwas weniger Pflichttermine bei den Beratungseinsätzen und klarere Regeln bei der Verhinderungspflege. Das macht die Planung von Auszeiten übersichtlicher, ersetzt aber nicht die oft hohe Belastung im Alltag.

Für Menschen im Pflegeheim:
Die Eigenanteile bleiben ein großes Problem. Die Leistungen steigen nicht weiter, die Kosten oft schon. Die wirklich großen Antworten auf diese Frage werden erst von der großen Pflegereform erwartet – 2026 ist in diesem Punkt eher ein Übergangsjahr.

Woran arbeitet die Politik aktuell im Hintergrund?

Während im Alltag „nur“ einzelne Änderungen ankommen, laufen im Hintergrund bereits größere Vorbereitungen für die nächste Pflegereform.

Im Mittelpunkt steht der sogenannte „Zukunftspakt Pflege“: In einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe werden Eckpunkte für eine langfristige Reform der Pflegeversicherung erarbeitet. Diese Arbeitsgruppen sollen bis Ende 2025 Vorschläge vorlegen, wie Pflege in Zukunft finanziert, organisiert und für Angehörige besser unterstützt werden kann.

Die Themen, um die es dabei geht, sind unter anderem:

Finanzierung der Pflegeversicherung: Wie können Beiträge stabil bleiben, obwohl immer mehr Menschen pflegebedürftig werden und die Kosten steigen?

Begrenzung der Eigenanteile im Pflegeheim: Viele Pflegebedürftige können die hohen Zuzahlungen kaum noch stemmen – hier werden Modelle diskutiert, die Eigenanteile besser zu begrenzen oder planbarer zu machen.

Stärkung der häuslichen Pflege und Entlastung der Angehörigen: Mehr Prävention, bessere Unterstützung zu Hause, digitale Lösungen und weniger Bürokratie sollen dafür sorgen, dass Pflegebedürftige möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können.

Die klare Botschaft: 2026 bringt erste spürbare Veränderungen im Detail – die wirklich großen Weichenstellungen werden aber mit der großen Pflegereform erwartet, an der Bund und Länder derzeit intensiv arbeiten.

Was ist zu erwarten – und wer soll das alles bezahlen?

Es wird mehr Pflegebedürftige geben, die Kosten steigen weiter und die soziale Pflegeversicherung rutscht zunehmend ins Minus. Die Politik arbeitet im Rahmen des „Zukunftspakt Pflege“ an einer größeren Reform, deren Eckpunkte bis Ende 2025 vorliegen und ab 2026/27 umgesetzt werden sollen.

1. Höhere Beiträge – aber nicht als alleinige Lösung

Die Beiträge zur Pflegeversicherung wurden bereits angehoben. Fachleute gehen davon aus, dass ohne Reform weitere Beitragserhöhungen nötig wären. Gleichzeitig will die Politik die Gesamtbelastung durch Sozialabgaben begrenzen. Realistisch ist: Beiträge können weiter steigen, werden das Problem aber allein nicht lösen.

2. Mehr Steuergeld für die Pflege?

Parallel wird der Einsatz von Steuermitteln ausgebaut. Schon heute fließt Geld aus dem Bundeshaushalt in die Pflege; teilweise werden auch Kredite genutzt, um Beitragssätze zu stabilisieren. Nach Einschätzung verschiedener Gutachten, auf die das Bundesministerium für Gesundheit Bezug nimmt, wird die Pflegeversicherung langfristig nur mit einem Mix aus Beitragsmitteln und zusätzlichen Steuermitteln stabil zu finanzieren sein. Langfristig wird die zentrale Frage sein: Welcher Anteil der Pflegekosten wird über Beiträge, welcher über Steuern finanziert? Klar ist: Die Belastung verschiebt sich – sie verschwindet nicht.

3. Eigenanteile im Pflegeheim im Fokus

Die hohen Eigenanteile im Pflegeheim gelten als eine der dringendsten Baustellen. Diskutiert werden Modelle, die Zuzahlungen begrenzen oder planbarer machen. Wenn Eigenanteile sinken sollen, müssen aber entweder Beiträge oder Steuern steigen – oder an anderer Stelle gespart werden. Hier ist noch nichts entschieden, der Druck aus der Praxis ist jedoch groß.

4. Reicht das System nicht mehr aus?

Egal auf welche Weise man die Nachrichten verfolgt, sie sind sich alle einig, dass eine grundlegende Reform unausweichlich ist, sehen aber auch die Problematik auf unterschiedlichen Ebenen. Diese reichen von:

  • den zu stark ansteigenden Eigenanteilen und die damit verbundene soziale Schieflage (SZ, FAZ, Zeit)
  • hohe Bürokratisierung und zu wenig Digitalisierung (Handelsblatt, Wirtschaftswoche)
  • strukturelles Defizit auf finanziellen Grundlagen (öffentlich-rechtliche Medien)

Das Problem ist in ganz Deutschland sichtbar und spürbar. Mit steigenden privaten Kosten und unklaren Leistungsstrukturen belastet es die Bevölkerung auf eine dramatische Weise.

Es bewegt sich viel – aber reicht es am Ende?

Schaut man auf die letzten zwei Jahre, hat sich in der Pflege tatsächlich einiges getan:

2024 und 2025 wurden die Leistungen der Pflegekasse angehoben (Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Entlastungsbetrag). Das hilft, aber viele Familien merken: Die höheren Kosten im Alltag fressen einen Teil der Entlastung wieder auf.

Mit neuen Gesetzen wie BEEP kommen konkrete Änderungen im Alltag: weniger Pflichttermine beim Beratungseinsatz, klarere Fristen bei der Verhinderungspflege, erste Schritte zu weniger Bürokratie und mehr Prävention bzw. digitalen Hilfen.

Für das kommende Jahr gilt:

2026 wird finanziell eher ein „Stabilitätsjahr“: Die bekannten Leistungsbeträge bleiben voraussichtlich gleich, große zusätzliche Entlastungen sind nicht in Sicht.

Im Hintergrund laufen die Arbeiten an der großen Pflegereform, die die Fragen Finanzierung, Eigenanteile im Heim und Entlastung Angehöriger langfristig lösen soll – nur stehen die endgültigen Antworten noch aus.

Kurz gesagt:

Es tut sich viel – aber ob das reicht, bleibt offen.

Deshalb ist es für Angehörige wichtig, nicht nur auf die nächste Reform zu warten, sondern die bestehenden Möglichkeiten schon jetzt konsequent zu nutzen: Pflegegrad-Leistungen, Entlastungsbetrag, Verhinderungspflege, ambulante Dienste, 24-Stunden-Betreuung, Hausnotruf und gute Beratung.

Wenn Sie überlegen, welche Unterstützung im Alltag für Ihre Angehörigen sinnvoll sein könnte, informieren wir Sie gern über unsere häuslichen Betreuungsangebote und die Möglichkeiten einer legalen 24-Stunden-Betreuung zu Hause.
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