Mein Vater fällt immer wieder – reicht ein Pflegedienst noch aus?

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Sohn kümmert sich um seinen Vater nach einem Sturz zu Hause — reicht der Pflegedienst noch aus?
Bild: Künstlich generiert
Ihr Team 24 Pflegedienst – Redaktionsteam

Stand: September 2026

Das erste Mal war es die Teppichkante. Das zweite Mal die Badewanne. Beim dritten Mal lag Ihr Vater drei Stunden neben dem Bett, bis der Pflegedienst um halb acht kam. Nichts gebrochen — diesmal. Der Pflegedienst kommt morgens und abends, jeweils eine halbe Stunde, und macht seine Arbeit gut. Aber zwischen den Besuchen liegen zwölf Stunden, in denen niemand da ist. Und genau in diesen Stunden fällt er.

Die Frage, die sich viele Familien an diesem Punkt stellen, lautet: Reicht das noch? Dieser Beitrag hilft, sie zu beantworten — mit dem, was nach wiederholten Stürzen medizinisch zu klären ist, was sich an der Wohnung und der Versorgung ändern lässt, und woran Sie erkennen, dass punktuelle Pflege nicht mehr die passende Form ist.

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Warum der zweite Sturz anders ist als der erste

Ein Sturz kann Zufall sein. Wiederholte Stürze sind es fast nie. Nach Daten des Robert Koch-Instituts stürzte 2022 etwa jede vierte Person ab 65 Jahren mindestens einmal im Jahr, jede zehnte mehrmals; ab 80 Jahren war es jede dritte. Wer mehrfach stürzt, hat in aller Regel eine Ursache, die sich finden lässt — und eine Angst, die sich nicht so leicht findet: Nach dem zweiten Sturz bewegen sich viele Menschen weniger, verlieren dadurch Kraft und Gleichgewicht und stürzen deshalb öfter. Dieser Kreislauf ist der eigentliche Gegner.

Dazu kommt das, was Fachleute die „lange Liegezeit“ nennen: Wer nach einem Sturz nicht allein aufstehen kann und nicht gefunden wird, erleidet oft mehr Schaden durch das Liegen — Auskühlung, Druckstellen, Flüssigkeitsmangel — als durch den Sturz selbst. Die drei Stunden neben dem Bett sind deshalb kein Nebenaspekt. Sie sind der Kern des Problems.

Schritt 1: Die Ursache finden lassen

Bevor über Betreuung gesprochen wird, gehört der Sturz zum Arzt. Ein Hausarzt oder Geriater sollte gezielt prüfen:

  • Medikamente. Blutdrucksenker, Schlafmittel, Beruhigungsmittel, Wassertabletten — viele Wirkstoffe erhöhen die Sturzgefahr, besonders in Kombination. Ein Medikamentencheck ist die wirksamste Einzelmaßnahme.
  • Kreislauf. Fällt der Blutdruck beim Aufstehen ab, wird schwindelig — und das Aufstehen aus dem Bett zum Risiko.
  • Sehen und Hören. Eine veraltete Brille, ein grauer Star, ein Hörgerät, das nicht getragen wird.
  • Kraft und Gleichgewicht. Ein Aufsteh-Test in der Praxis zeigt in einer Minute, wie es darum steht.
  • Eine beginnende Demenz. Orientierungsprobleme und nächtliches Aufstehen sind häufige Ursachen für Stürze, die sonst niemand erklären kann.

Auf ärztliche Verordnung zahlt die Krankenkasse Physiotherapie mit Kraft- und Gleichgewichtstraining — das reduziert Stürze nachweislich, sofern es regelmäßig stattfindet.

Schritt 2: Die Wohnung und die Technik

Was sich am Zuhause ändern lässt, haben wir in unserem Beitrag zur Sturzgefahr zu Hause ausführlich beschrieben: Haltegriffe, Beleuchtung, Schwellen, das Bad. Die Pflegekasse bezuschusst solche Umbauten mit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme, sobald ein Pflegegrad vorliegt. Dazu kommt die Technik: Ein Hausnotruf — ein Knopf am Handgelenk oder um den Hals — verkürzt die Liegezeit von Stunden auf Minuten. Die Pflegekasse beteiligt sich ab Pflegegrad 1 an den Kosten. Der Haken: Der Knopf muss gedrückt werden. Wer nach dem Sturz benommen ist, ihn abgelegt hat oder nicht mehr weiß, wofür er ist, hilft sich damit nicht.

Schritt 3: Ehrlich prüfen, was der Pflegedienst leisten kann — und was nicht

Ein ambulanter Pflegedienst ist für das gemacht, was er tut: Grundpflege und Behandlungspflege zu festen Zeiten, fachlich, verlässlich. Er ist nicht dafür gemacht, Stürze zu verhindern, die zwischen seinen Besuchen passieren. Das ist keine Kritik, sondern eine Frage der Form. Die Besuche lassen sich ausweiten — ein Mittagseinsatz, ein Spätdienst —, aber jeder Einsatz kostet Budget aus der Pflegesachleistung, und die Stunden dazwischen bleiben.

Woran Sie erkennen, dass die punktuelle Form nicht mehr trägt:

  • Die Stürze passieren zwischen den Besuchen — morgens beim Aufstehen, nachts auf dem Weg zur Toilette.
  • Ihr Vater kann nach einem Sturz nicht allein aufstehen.
  • Er hat Angst, allein zu sein — oder Sie haben sie, jedes Mal, wenn das Telefon nicht abgenommen wird.
  • Es kommen weitere Zeichen dazu: Gewichtsverlust, vergessene Medikamente, Orientierungsprobleme. Welche fünf Zeichen zusammen den Ausschlag geben, haben wir gesondert beschrieben.
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Die Stufen zwischen Pflegedienst und Pflegeheim

Nach wiederholten Stürzen denken viele Familien zuerst an das Heim — „da ist er wenigstens sicher“. Tatsächlich verhindert auch das Heim Stürze nicht: Etwa die Hälfte der Bewohner stürzt dort mindestens einmal im Jahr, und die fremde Umgebung ist ein eigener Risikofaktor. Und zwischen Pflegedienst und Heim gibt es Stufen:

  1. Pflegedienst plus Tagespflege. Tagsüber betreut, mit Bewegungsangeboten, abends zu Hause. Das Budget der Tagespflege — 721 Euro bei Pflegegrad 2, 1.357 Euro bei Pflegegrad 3 — kommt zusätzlich zur Sachleistung. Die Nächte bleiben allerdings unbeobachtet.
  2. Betreuung im eigenen Zuhause. Eine Betreuungskraft, die im Haus lebt: beim Aufstehen da, beim Duschen, nachts erreichbar. Sie verhindert nicht jeden Sturz — aber sie verhindert, dass jemand drei Stunden liegt. Für Familien, deren Vater zwischen den Besuchen fällt, ist das die Form, die zum Problem passt. In Kombination mit einem Pflegedienst für die fachlichen Aufgaben deckt sie den ganzen Tag ab. Was eine Betreuungskraft übernimmt und was nicht, steht in unserem Beitrag zu den Aufgaben einer Betreuungskraft.
  3. Nach dem Bruch. Kommt es zum Oberschenkelhalsbruch, stellt sich die Frage nach der Versorgung zu Hause noch einmal neu — wie sie gelingt, beschreibt ein eigener Beitrag.

Was die Pflegekasse dafür leistet

Bei einer Betreuung im Haus durch einen zugelassenen Pflegedienst wird die Pflegesachleistung direkt abgerechnet — 796 Euro bei Pflegegrad 2, 1.497 Euro bei Pflegegrad 3, 1.859 Euro bei Pflegegrad 4 —, dazu der Entlastungsbetrag von 131 Euro. Wiederholte Stürze sind zudem ein Grund, den Pflegegrad überprüfen zu lassen: Mobilität ist eines der sechs Module der Begutachtung, und wer nach dem zweiten Sturz nicht mehr allein aus dem Bett kommt, ist oft höher einzustufen als beim letzten Gutachten. Ein Höherstufungsantrag ist formlos möglich. Wie sich die Kosten je Pflegegrad im Einzelnen darstellen, zeigt unsere Seite Pflegekosten.

Eine neutrale Einschätzung gibt der Pflegestützpunkt vor Ort — und für die Sturzursache der Hausarzt, vor allem anderen.

Wie Ihr Team 24 hilft

Wir prüfen mit Ihnen, ob eine Betreuung im Haus die passende Form ist — und kombinieren sie mit unseren Pflegefachkräften für die Behandlungspflege. Als zugelassener Pflegedienst rechnen wir direkt mit der Kasse ab und unterstützen beim Höherstufungsantrag. Rufen Sie an unter 0621 748 143 10 oder stellen Sie Ihre Anfrage online.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine medizinische, pflegerische oder rechtliche Beratung im Einzelfall dar. Pflegerische Sachverhalte, Vertrags- und Leistungsfragen sind individuell verschieden. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an die jeweils zuständige Fachperson, einen Pflegestützpunkt oder eine kostenlose Pflegeberatung.

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